Exkursionen

Die Vergessenen – gefangen hinter Gittern
Freitag, 22.06.2012
Am 19.06.2012 fuhr der Geschichts- sowie der Deutschleistung nach Potsdam zum ehemaligen Stasigefängnis in der Lindenstraße. Die Führung übernahm ein Zeitzeuge, Dieter Drewitz der selbst 3-mal in diesem Gefängnis Insasse war, der mit uns seine Erfahrungen teilte und uns somit einen neuen Einblick in die DDR Geschichte gewährte.

Durch die lebhaften Schilderungen konnten wir uns in die Situation Gefangenen versetzen, die Kulisse des Gefängnisses tat ihr übriges. Zu der Veranschaulichung haben auch die Zahlreichen Beispiel Zellen beigetragen. Diese waren meist mit einer einfachen Holzpritsche, ohne Bettzeug, es gab in den Anfangsjahren keine Sanitären Einrichtungen in den Zellen, sondern Kübel (diese wurden später hinzugefügt#).

So karg wie die Zellen waren, war auch der Alltag der Häftlinge die den Tag meist stehend verbringen mussten, etwa von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Zur Kontrolle kam alle 3-5 min ein Aufseher vorbei um in die Zelle zu sehen. Entspannung war nicht einmal nachts möglich, da eine gewisse Schlafhaltung vorgeschrieben war. Kam der Aufseher vorbei, wurde das Licht an und wieder aus geschalten. Das den nächsten Schwerpunkt der Stasi Methodik darstellt nämlich die psychische Folter.

Dass das gesamte Gefängnis dazu ausgelegt ist wird nach den Schilderungen des Zeitzeugen schnell klar. So gab es z.B. ein spezielles Ampelsystem zu effektiven Isolation der Gefangenen. Auch die Außenzellen, die dazu dienten den Gefangenen die Möglichkeit zu geben frische Luft zu schnappen, waren mit einer Art Gitter überdacht. Am Ende der Führung erfuhren wir auch das die DDR Führung Gefangene, Gewinn bringend, an die BRD verkaufte, deshalb verstießen häufig Menschen gegen das Gesetz mit dem Ziel in den Westen zu kommen aber um verhaftet zu werden musste man nicht zwangsläufig etwas getan haben, denn viele wurden schon auf den bloßen Verdacht hin verhaftet oder wegen kleinster kritischer Aussagen verhaftet.

Mit diesem, meist, neugewonnen Wissen und Eindrücken fuhren wir wieder nach Hause und können nur jeden empfehlen auch einmal eine solche Besichtigung zu machen.

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