Exkursionen

Lea Albrecht, Josefine Hoffmann und Hanna Wagner
Gefangen, um zu arbeiten
Freitag, 27.01.2012
Highslide JS
Am 26.01.2012 besuchten wir, die Klassen 10a und 10l des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig, im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte Sachsenhausen. Diese wurde auf dem ehemaligen Gelände des Konzentrationslagers Sachsenhausen errichtet.

Nach der Ankunft erhielten unsere Klassen separate Führungen. Diese begannen an Modellen, die den früheren Aufbau des Geländes darstellten. Hierbei zeigte sich deutlich die berühmte Dreiecksform, die dazu diente, die Häftlinge durch einen im Zentrum gelegenen Turm besonders gut unter Kontrolle zu halten.#

Bevor wir durch das Tor mit dem bekannten Spruch „Arbeit macht frei“ gingen, hörten wir zuerst etwas über das sogenannte „Klinkerwerk“. Hierbei handelte es sich um ein Werk, in dem Backsteine hergestellt wurden. Die SS-Leute verprügelten die arbeitenden Gefangenen. Dort waren vor allem Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma beschäftigt. Die Tatsache, dass die Lebenserwartung für Arbeiter dieses Werkes lediglich bei 6-8 Wochen lag, machte uns sehr betroffen. Das Lager, welches in der Planung für 10 000 Personen ausgerichtet war, nahm stetig an Inhaftierten zu, sodass Essen und Betten knapp wurden. Zur Veranschaulichung der Größendimensionen führte der Referent uns in eine Baracke und erklärte den Tagesablauf der Gefangenen. Durch eine Glaswand konnten noch die originalen Betten und Toiletten betrachtet werden. Im Sommer mussten die Inhaftierten um 5.00 Uhr morgens zum Appell antreten. Dort wurden sie gezählt, bevor es zur Arbeit (SS-eigene Betriebe und Werkstätten) ging. Mittags erhielten sie meist eine Suppe. Der Besuch einer Toilette blieb ihnen den ganzen Tag über verwehrt. Nach dem Abend-Appell, der, wenn dieser ohne Komplikationen verlief, um 19.00 Uhr beendet war, hatten die Häftlinge Freizeit bis 22 Uhr, welche ihnen allerdings nur offiziell zustand. Danach hieß es Bettruhe bis zum Aufstehen um 4.15 Uhr. Darauf zeigte uns unser Referent den Platz, wo Gefangene, die bei der Flucht erwischt wurden, gehängt wurden. Diese Hinrichtungen fanden öffentlich vor allen Insassen statt, um diese abzuschrecken. Heute liegen an derartigen Gedenkstellen Steine, da diese für die Juden die Unvergänglichkeit symbolisieren. Nun hörten wir im Museum von der Methode des Nackenschusses, mit welcher sowjetische Kriegsgefangene getötet wurden.

Immer wieder wies uns unser Guide darauf hin, dass Sachsenhausen eher ein Arbeitslager, als ein Vernichtungslager wie z.B. Auschwitz-Birkenau, war. Jedoch muss man anmerken, dass auch hier viele Menschen getötet wurden. Innerhalb von 10 Wochen wurden über 10 000 Sowjets ermordet. Im Industriehof befanden sich ein Schießgraben und die Station Z. In dieser war die Nackenschussanlage und später wurde dort eine Gaskammer eingerichtet.

Die Führung endete mit der Niederlegung des von uns mitgebrachten Kranzes. Diesen legten wir an den anonymen Massengräbern mit unserer Parallelklasse ab. Mit vielen bewegenden Eindrücken fuhren wir wieder nach Hause.

Ein großes Dankeschön gilt der Konrad-Adenauer-Stiftung, die uns dieses Ausflug finanziert hat und an die mitgefahrenen Lehrkräfte Frau Markowski, Herrn Dr. Fischer und Frau Naubert.

Im Namen der Klassen 10a und 10l
Lea Albrecht, Josefine Hoffmann und Hanna Wagner


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