Pressespiegel 2010

Singende Damen und ein Mann am Klavier
Ehemalige Bad Belziger Gymnasiasten treten in Reha-Klinik auf / Musik als Hobby
[MAZ vom 23.12.2010]

Sieben singende junge Damen und ihr Begleiter am Keyboard überraschten am Dienstagabend die Patienten der Bad Belziger Reha-Klinik „Hoher Fläming“ im Oberlinhaus Potsdam mit einem kleinen Weihnachtskonzert. Mit besinnlichen Liedern wie „Sind die Lichter angezündet“ oder „Still senkt sich die Nacht hernieder“, aber auch mit kraftvollem Gospelgesang stimmte das Septett sein Publikum auf das Fest ein, das viele der Zuhörer wohl in der Klinik verbringen werden.

Bis zum Sommer 2009, in dem sie gemeinsam das Abitur ablegten, haben die sieben Sängerinnen im Schulchor des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig gesungen. Nicht wenige der gelungen präsentierten Titel stammten aus dessen Repertoire.

Die meisten der Sängerinnen studieren, für das Hobby Musik bleibt wenig Zeit. Dass sie nun die ersten Tage der Semesterferien mit Proben für das kleine Konzert verbracht haben, ist ihrem Keyboarder zu verdanken. Der 20-jährige Sebastian Schmidle ist für das Publikum kein Unbekannter. Er erlernt unter dem Dach des Oberlinhauses gerade den Beruf des Krankenpflegers. Dass er auch musiziert, blieb kein Geheimnis. „Man hat mir angeboten, hier einen musikalischen Abend zu gestalten und da habe ich eine Telefonkette gestartet und meine Mitschülerinnen aus dem Chor dazu eingeladen.“

Gut gelaunt, spritzig, präsent und ausdrucksstark, die kräftigen wie die feinen Töne gut beherrschend, gelang das Vorhaben, obgleich allesamt musikalische Laien sind und auch künftig keine derartigen Ambitionen haben.

Allein Sebastian Schmidle, der zwischen den Liedern auch Solostücke des von ihm bevorzugten japanischen Komponisten Nobuo Uematsu darbrachte, wollte kaum jemand glauben, dass dies ohne eine einzige Stunde Klavierunterricht gelingen konnte. Gefühlvoll, sicher und differenziert ist sein Tastenspiel, dabei frei, selbstbestimmt und spannungsvoll zugleich. „Ich bin Autodidakt, spiele fast nur nach Gehör, das Notenlesen kam aus Interesse dazu, ein bisschen haben wir ja auch in der Schule gelernt, und es gelingt immer besser“, gesteht Sebastian Schmidle bescheiden ein.

Er komponiert auch selbst und spielt in der Metal-Band „Eisnacht“. Sein außergewöhnliches Talent war bislang dennoch keine Brücke zu seinem Traumberuf. „Eigentlich wollte ich immer Lehrer werden, für Englisch und Musik. Aber diese Fächerkombination, wenn es sie überhaupt gibt, ist total überlaufen.“ Wenn er drei Jahre lang Wartesemester anhäufe, habe er eine Chance, glaubt Sebastian Schmidle. Doch das Warten allein ist seine Sache nicht. „Ich nutze lieber die Zeit und mache schon mal eine Ausbildung.“

(Von Kerstin Henseke)


René Gaffron
PLANSPIEL BÖRSE
"Die dreisten Vier" mit bester Strategie
Quartett vom Fläming-Gymnasium hat Depotwert in drei Monaten um 17 200 Euro gemehrt.
[MAZ vom 17.12.2010]

BAD BELZIG - Die Hoffnungsträger für die Zukunft der märkischen Buchhalter und Kassenwarte kommen aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. Reinhard Fuhg, Marc Friedrich, John Kaiser und Sarah Siegl sind die Sieger des von der Märkischen Allgemeinen Zeitung präsentierten Planspiels Börse. Das unter dem Namen „Die dreisten Vier“ startende Quartett hat damit alle 204 Mitbewerber aus dem Geschäftsgebiet der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (Oberhavel, Havelland, Brandenburg/Havel, Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Königs Wusterhausen) hinter sich gelassen.

Ausgestattet mit einem fiktiven Kapital von 50 000 Euro ging es für die Teilnehmer darum, den Wert unter realen Marktbedingungen zu mehren. Den Kur- und Kreisstädtern ist dies in den vergangenen drei Monaten am besten gelungen. Zum Abschluss hatte ihr virtuelles Depot jetzt einen Wert von 67 195,72 Euro. Der Zuwachs liegt damit bei 34,4 Prozent.

Die Zwölftklässler aus dem Fläming-Gymnasium Bad Belzig haben zum wiederholten Mal an der Simulation teilgenommen. So effektiv wie dieses Jahr aber waren sie noch nie. "Die Porsche-Aktie lag so tief im Keller, da musste sich die 20 000-Euro-Investition einfach lohnen", sagt Mannschaftskapitän John Kaiser. Dieses und weitere Engagements bei Autobauern trugen sowohl zu zwei Wochensiegen in der Region Brandenburg/Havel und Bad Belzig als auch zum langfristigen Erfolg bei.

Er dürfte nicht nur an der Schule für Aufsehen sorgen. Dort war es neben Betreuer Michael Metzner besonders der Lehrer für politische Bildung, Bernd Konitzer, der sich für den geschäftstüchtigen Nachwuchs interessiert hat. Ähnlich stolz war gestern Nachmittag Annette Muschert, Geschäftsstellenleiterin der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Bad Belzig, die Prämie überreichen zu dürfen. Erstmals gehen die 300 – echten – Euro des Geldinstituts in den Hohen Fläming. Sie werden aber wohl nicht angelegt. "Davon werden wir uns einen gemeinsamen Urlaub leisten", erklärte Sarah Siegl, die nach eigenen Angaben mit den Jungen ein gutes Team bildet.

Mit positiven Resultaten haben nicht minder die Spielgruppen "The Knowledge" (59 989,34 Euro) und "Die scharfen Hasen" (56 942,02 Euro), beide ebenfalls vom Fläming-Gymnasium Bad Belzig, die Probezeit im internationalen Wertpapierhandel beendet. Solche Bilanzen sind hierzulande eher selten.

(Von René Gaffron)


Traditionelles Konzert des Fläming-Gymnasiums bietet Vielfalt
MUSIK: Klassik, Gospel und Pop
[MAZ vom 02.12.2010]

BAD BELZIG - „Vor allem beim Gospel beweist die besondere Lockerheit im Chor, wie lebendig Weihnachtsmusik ist und den Zuhörern überbracht werden kann“, erzählt Viviane Kliemann aus Ragösen. Sie und ihre Zwillingsschwester Ivette bereiten sich zum vierten Mal auf das festliche Konzert des Fläming- Gymnasiums in der St.-Marien-Kirche zu Bad Belzig vor.

Es ist wie in anderen Schulen der Region ein krönender Jahresabschluss. Eltern und Freunde freuen sich schon darauf. Entsprechend ist das Lampenfieber der Mitwirkenden.

Die Zehntklässlerinnen singen seit ihrem ersten Tag an der Schule in deren Chor. Zudem spielen beide seit Jahren je zwei Instrumente. „Musik spielt für uns das ganze Jahr über eine wichtige Rolle, aber das Weihnachtskonzert ist immer ein Höhepunkt“, sagen die 15-Jährigen.

Das Programm ist vielseitig gestaltet. Von traditionellen Weihnachtsliedern wie „O du fröhliche“ über Gospelklassiker wie „Glory, Glory Halleluja“ bis hin zu modernen Pop-Titeln wie „Last Christmas“ ist für viele Geschmäcker etwas dabei. Der Chor unter der Leitung von Anke Galle wechselt seine Darbietungen mit dem Orchester von Jeanette Horn ab. In einigen Liedern werden jedoch beide gemeinsam zu hören sein. Und: In diesem Jahr dürfen sich die Besucher auf einen noch geheim gehaltenen Überraschungsauftritt freuen.

(Von Tobias Potratz)


Kerstin Henseke
INTEGRATION: Zwischen zwei Welten
Vietnamesischer Schüler berichtet über seine Erfahrungen in Deutschland
[MAZ vom 29.09.2010]

BAD BELZIG - „Freiwillig hätte ich Vietnam nie verlassen“, bekennt Phi Long auf dem Podium der dicht besetzten Aula des Fläming-Gymnasiums. Es ist Unterrichtsschluss, die Busse fahren. Doch immer mehr Schüler drängen in den Saal, in dem der 17-jährige Phi Long, dessen Name übersetzt ‚Fliegender Drache’ bedeutet, heute seine Geschichte erzählt. Interviewt von Janis und Benjamin aus der Jahrgangsstufe 12, die wie Phi Long selbst zur SOR-Gruppe (Schule ohne Rassismus) des Gymnasiums gehören.

Unter dem Motto „Die eine Welt, die ihr nicht kennt“ hatten die Jugendlichen Eltern, Lehrer und Mitschüler zu einer ersten „Reise“ geladen. Mit gewinnender Ehrlichkeit und Souveränität nahm Phi Long sein Publikum mit in die überfüllten Gassen von Hanoi, in das weltläufige Saigon oder aufs Land zu den Großeltern, wo noch heute jeder einen eigenen Fischteich besitzt und drei Reisernten im Jahr eingebracht werden.

Jeden Sommer hat Phi Long dort verbracht, seitdem die Familie 1996 mit ihm nach Deutschland zog, wo der Vater zuvor viele Jahre als Vertragsarbeiter gelebt hatte. Damals war Phi Long fast drei Jahre alt, bekam Privatunterricht in Deutsch, das er heute in Sprache und Schrift genauso perfekt beherrscht wie das Vietnamesische, und wurde streng zum Lernen angehalten. Bildung hat in Vietnam einen hohen Stellenwert. Für die Eltern, die einen Obst- und Gemüseladen in Bad Belzig führen, übersetzt er jeden Brief, führt alle Telefonate. „Das nervt manchmal“, gesteht Phi Long offen ein. Dass sie nie mit seinen Lehrern sprechen und ihn kaum schulisch unterstützen konnten, empfindet er als einzigen Nachteil gegenüber deutschen Mitschülern. Klar habe es auch Mobbing gegeben. Im Klinkengrund ist er noch heute nicht gern unterwegs. Früher habe er auf den „Fidschi“ mit Gewalt reagiert, heute übt sich der praktizierende Buddhist in Gelassenheit. „Ich bin ich, und ich lass’ sie reden.“

Was er an den beiden Kulturen schätze? „Deutschland ist offener, und man darf auch mal bis vier Uhr morgens auf einer Party bleiben.“ In Vietnam aber lege man beispielsweise mehr Wert auf Höflichkeit und Disziplin. Obgleich ihm beide Kulturen nahe sind, hat sich Phi Long für den vietnamesischen Pass entschieden. So müsse er nicht für jede Reise nach Vietnam ein Visum beantragen. Und außerhalb von Bad Belzig werde er sowieso als Fremder identifiziert.

Hier würde darauf niemand kommen. Phi Long hat viel dazu beigetragen. Nicht nur, dass er im diesjährigen Schulmusical eine Hauptrolle sang. Er ist bei nahezu jeder Schulveranstaltung präsent und auch im frisch etablierten Kinder- und Jugendbeirat der Kreisstadt vertreten.

Zum Schluss gab es für jeden sogar noch eine leckere Kostprobe – Reis mit Tofu-Tomatensoße und Frühlingsrollen. Seit 7 Uhr hatte Phi Long in der Schulküche geschnippelt, gerührt und gegart, mit Erfolg.

Intensiv, informativ und persönlich und damit ein Gewinn war auch die gesamte Veranstaltung. Schön, wenn daraus eine Reihe würde.

(Von Kerstin Henseke)


POLITIK: Eigene Stimme für Kinder und Jugendliche
Beirat in Bad Belzig gegründet / Mitglieder wollen sich in Stadtentwicklung einbringen
[MAZ vom 27.09.2010]

BAD BELZIG - Die Kur- und Kreisstadt verfügt jetzt über einen Kinder- und Jugendbeirat. Er ist am Sonnabend im Bürgerhaus Bad Belzigs offiziell gewählt worden. Im siebenköpfigen Gremium sind Mara Muchow, Janna Müller, Denis Fedoseew, Daniel Almendinger, Aaron Kühne, Phi Long Dang Nguyen und der erst neunjährige The Anh Pham vertreten. Letzterer ist „unser hoffnungsvoller Nachwuchs“, sagte Mara Muchow nach der Wahl.

Der Beirat will künftig die Interessen der jüngsten Einwohner der Kur- und Kreisstadt gegenüber Parlament und Verwaltung vertreten. Am 30. September werden die sieben jungen Leute einen Sprecher aus ihrer Mitte wählen, der auf den Sitzungen des Jugendausschusses präsent sein und den Beirat dort vertreten wird.

Obwohl im Vorfeld der Wahl rund 150 Informationsblätter verteilt und mehr als zehn Plakate auch in den Schulen der Stadt aufgehängt wurden, war die Resonanz auf die Wahlversammlung gering. „Die Motivation muss noch wachsen“, sagt Jens Gruszka, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke. Er hatte die Bildung des Gremiums seit einem Jahr beratend unterstützt und will den jungen Leuten auch künftig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

„Der Jugendbeirat ist Thema an der Krause-Tschetschog-Oberschule. Ich will die Zusammenarbeit zwischen der Oberschule und dem Gymnasium verbessern“, sagte der 16-jährige Aaron Kühne während der Vorstellung der Kandidaten.

Mara Muchow, Schülerin am Fläming Gymnasium, lebt seit zweieinhalb Jahren in der Stadt und bezeichnete diese als „knuffig“. Sie vertrat das Gremium bislang in den Ausschusssitzungen und beteuerte, gern politisch aktiv zu sein und Freude daran zu haben, sich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einzusetzen. Ähnlich positionierte sich der 17-jährige Phi Long Dang Nguyen, der anstehende Probleme gemeinsam mit den Jugendlichen lösen möchte.

Ziele des Beirates waren schnell zu Papier gebracht. Ein besseres Zusammenspiel zwischen Gymnasium und Oberschule liegt dem Gremium besonders am Herzen. Gleichzeitig wollen die Akteure Kontakt zu Jugendkoordinatoren über die Grenzen der Stadt hinaus knüpfen. Als „gut, aber ausbaufähig“ schätzte die Gruppe bereits den Spielplatz an der Therme und die Jugendfreizeiteinrichtung „Pogo“ ein. Negativ wurden unter anderem mangelnde abendliche Busverbindungen, bei Dunkelheit ausgeschaltete Straßenlaternen und die Sauberkeit auf dem Spielplatz im Freibad eingeschätzt.

(Von Bärbel Kraemer)


BILDUNG: Ostereier in Natronwasser bemalt
Highslide JS
Bad Belziger Gymnasiasten bei Chemie - Wettbewerb „Chemkids“ erneut erfolgreich
[MAZ vom 08.09.2010]

BAD BELZIG - Drei angehende Abiturienten vom Fläming- Gymnasium in Bad Belzig haben erneut erfolgreich am Chemiewettbewerb „Chemkids“ teilgenommen. Hanna Wagner und Jakob Walther, inzwischen Jahrgangsstufe 9, sowie Antonia Kühne, jetzt Klasse 7 beschäftigen sich über den Unterricht hinaus mit Formeln und Reaktionen. Sie vertreten ihre Schule.

Das Fläming-Gymnasium hat zum vierten Mal am Ausscheid teilgenommen und wurde zum dritten Mal als erfolgreichstes Gymnasium des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Der Wettbewerb wendet sich an alle Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 aus den fünf neuen Bundesländern und Berlin. Im Februar und September werden Aufgaben veröffentlicht.

Jakob Walther hatte sich in der Folge für ein viertägiges Praktikum an der Gutenberg-Universität in Mainz qualifiziert. Er ist einer von zwei Schülern, die das Land Brandenburg vertraten. Insgesamt 28 Teilnehmer aus 16 Bundesländern kamen dort zusammen. „Es war für mich eine tolle Erfahrung, Experimente in einer so renommierten Einrichtung durchzuführen“, schwärmt der Schüler. Für ihn machen „die Reaktionen im Reagenzglas auf Basis der vorher aufgestellten Formeln die Faszination der Chemie aus“.

Ob das Bemalen von Ostereiern in Natronwasser oder die Untersuchung von Wärmekissen – die Aufgaben im Wettbewerb sind stets alltagsbezogen und zeigen, wie viel Chemie allen Menschen jeden Tag begegnet. Bei der Lösung der Wettbewerbsaufgaben ist es wichtig, dass jeder individuell Lösungsansätze findet und man sich nicht auf fremde Hilfe verlässt.

„Am aufwändigsten ist das Protokollieren“, berichtet Hanna Wagner. „Aber man schiebt es gerne vor sich her“, bekennt die Schülerin. Doch weiß sie auch: „Es ist genauso wichtig, wie das Experiment selbst.“ Die Versuche kosten nicht nur Zeit und Mühe sondern auch Geld. Denn die Schüler tragen sämtliche Kosten für die Stoffe selbst. „Pro Versuch werden im Schnitt 15 Euro fällig“, sagt Chemielehrerin Heike Andreas.

Die Eltern haben für die außerschulische Leidenschaft ihrer Zöglinge Verständnis. „Wenn ich hinterher alles wieder aus der Küche wegräume, ist es okay, sagt meine Mutter“, erzählt Antonia Kühne.

Weitere Informationen zum Wettbewerb im Internet: www.chemkids.de.

(Von Tobias Potratz)


SCHÜLERAUSTAUSCH: Auf Tour mit 'Mister Mo'
Junge Israelis aus Even Yehuda erkunden Brandenburg
[MAZ vom 24.08.2010]

BAD BELZIG - „Ab heute sagt Ihr dann bitte Frau Alon zu mir“, mahnt Anat schelmisch lachend ihre erstaunten Schüler zu mehr Förmlichkeit. Die jungen Israelis aus der High School in Even Yehuda haben nämlich eben gerade bei ihrem Besuch im Bad Belziger Fläming-Gymnasium erfahren, dass Lehrer in Deutschland gesiezt und natürlich immer mit dem Nachnamen angeredet werden. „Das ist bei uns weniger offiziell, der Umgang untereinander ist lockerer“, erklärt Anat Alon.

Die israelische Pädagogin begleitet gemeinsam mit Dan Ben-Ari, der in seiner Heimat eigentlich Banker ist, die 14 Schüler auf deren Deutschlandreise. Sie sind im Rahmen des Austauschprojektes „Le Chaim“ (siehe Infokasten) in Bad Belzig.

Doch das höfliche „Sie“ ist bei weitem nicht der einzige Unterschied zwischen den Bildungssystemen im Heiligen Land und der Mark. „In Israel haben alle Abiturienten am gleichen Tag ihre Prüfungen“, berichtet Anat Alon. „Das ist bei uns leider nicht so“, erwidert Gymnasiumsleiterin Cordula Wedner. „Wir sagen Föderalismus dazu und das bedeutet, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht.“

Die 14 Israelis lauschen gespannt, wie ihre 16-jährigen Altersgenossen in Bad Belzig zum Reifezeugnis gelangen und sehen sich interessiert das auf mehrere Gebäude verteilte Fläming-Gymnasium an. Maria Tienken und Otto Richter, die vor kurzem ihr Abi gemacht haben und mit in Israel waren, führen die Gäste übers Gelände. Viel zu schnell vergeht dabei die Zeit, so wie die ganze Woche, die die Besucher bisher in Deutschland verbracht haben. „Wir wurden wieder sehr herzlich aufgenommen in unseren Gastfamilien“, sagt Anat Alon. Sie war nun schon zum sechsten Mal in Bad Belzig, so lange gibt es das Projekt bereits. Heute Abend müssen sie und ihre Schüler in Berlin-Tegel wieder in den Flieger nach Tel Aviv steigen. „Leider“, wie Anat und Dan sagen.

Erlebnisreiche Tage liegen hinter den Gästen aus dem Nahen Osten. Sie waren in Berlin und Potsdam, besuchten die Lutherstadt Wittenberg und haben auch im Fläming viel gesehen.

„Beeindruckt haben mich die tiefen Wälder und das viele Grün“, sagt Almog Ben Yosef. „Das gibt es bei uns nicht.“ Eviatar Shoshani Gvion haben es die vielen Kulturdenkmäler in der deutschen Hauptstadt angetan. „Zweimal waren wir in Berlin“, sagt er stolz.

Der Jugendmitarbeiter des Kirchenkreises Lehnin-Belzig, Philipp Schuppan, und Gymnasiallehrer Frank Moritz haben den Austausch in diesem Jahr organisiert. „Mister Mo“, wie der Pädagoge von seinen Schützlingen auch neckisch genannt wird, und Schuppan waren zuvor mit 14 deutschen Schülern in Bad Belzigs künftiger Partnerstadt (die MAZ berichtete).

Ernst werden Eviatar und Almog beim Blick in die Geschichte. „Es gibt viele Vorbehalte in Israel Deutschland gegenüber“, räumen sie freimütig ein. Der Holocaust sei ständig präsent und auch junge Menschen würden sich sehr intensiv mit dem traurigen Thema befassen. „Umso schöner ist es, wie normal und ungezwungen der Umgang der jungen Menschen untereinander ist“, sagt Anat Alon. „Das ist ein Ziel unseres Austauschprojektes.“

Im kommenden Jahr soll es wieder eine Reise von Bad Belziger Schülern nach Even Yehuda geben mit anschließendem Gegenbesuch der israelischen Freunde. „Wir werden die Fördermittel dafür beantragen und hoffen auf eine Bewilligung“, sagt Philipp Schuppan. „Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen“, erklärt auch Anat Alon zustimmend.

(Von Hermann M. Schröder)

Hintergründe zu „Le Chaim“ Das Austauschprojekt „Le Chaim“ für Schüler aus Israel und Deutschland gibt es seit sechs Jahren. Begründer ist der Brücker Pfarrer Helmut Kautz. „Le Chaim“ heißt im Hebräischen Lebensfreude.
14 Schüler aus dem Fläming waren vor zwei Wochen im Heiligen Land. Anschließend sind die 14 israelischen Schüler für eine Woche nach Bad Belzig und Umgebung gekommen.
Träger der Initiative sind die Evangelische Jugend Lehnin-Belzig und das Fläming-Gymnasium. Das Projekt wird von der deutschen Regierung gefördert. Die Teilnehmer sind Schüler aus Bad Belzigs künftiger Partnerstadt Even Yehuda.
Even Yehuda liegt im Zentral-Distrikt von Israel in der Nähe der Stadt Netanya, zwischen Tel Aviv und Haifa.
Even Yehuda wurde 1932 gegründet und hat derzeit rund 9400 Einwohner.


BILDUNG: Prüfungsstress ist jetzt passé
Sophia Haitsch vom Fläming-Gymnasium hat rekordverdächtiges Resultat erzielt
[MAZ vom 25.06.2010]

BAD BELZIG - Es ist vollbracht! Nach wochenlangem Schwitzen über Heftern und Büchern sind die mündlichen und schriftlichen Abiturprüfungen sowie die Bestehensprüfungen beendet. Den Abiturienten des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig und des Gymnasiums „Am Burgwall“ in Treuenbrietzen stehen heute und morgen die obligatorischen Feiern bevor.

Die beste Leistung im Fläming vollbrachte Sophia Haitsch aus Bad Belzig. Sie erzielte – wie drei ihrer Mitschüler – die Bestnote 1,0 und erreichte mit 801 Punkten ein rekordverdächtiges Resultat.

"Die Aufgabenstellungen in den Prüfungen kamen mir sehr entgegen. Das war auch etwas Glück", berichtet die 19-Jährige bescheiden. Vor allem das rationale und logische Denken in der Mathematik bezeichnet sie selbst als ihre Stärke. Des Weiteren spielt der sprachliche Bereich für sie eine große Rolle, was ihre beiden Leistungsfächer Deutsch und Englisch beweisen. „Englisch wird in heutiger Zeit immer wichtiger und daher habe ich mit dem Gedanken gespielt, für einige Zeit in die USA zu gehen“, erzählt sie. Doch jetzt wird sie in Dresden ein Studium für Zahnmedizin beginnen. Das Thema Ausland ist für sie dennoch nicht abgehakt. „Am Uni-Tag habe ich erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, Auslandssemester zu absolvieren. Das ist auf jeden Fall eine gute Option.“ Der Entschluss, Zahnmedizin zu studieren, ist bereits in den vergangenen Sommerferien während eines Praktikums bei der Brücker Zahnärztin Katrin Schulze gereift. „Nebenher habe ich mich für Psychologie interessiert, doch langfristig wird Stomatologie wohl bessere Perspektiven bieten.“ Ihr Vater, Karsten Haitsch, Facharzt für Innere Medizin im Bad Belziger Johanniter-Krankenhaus, ist froh über den Entschluss seiner Tochter.

Während der Suche nach Studienmöglichkeiten ist Sophia Haitsch auf Dresden gestoßen und war sofort begeistert. „Es ist eine sehr schöne Stadt, die für die zahlreichen Studenten viel zu bieten hat.“ Dass ihr langjähriger Freund bereits dort studiert, ist für sie „ein netter Nebeneffekt“.

Neben dem Schulalltag spielt Sophia Haitsch gern Volleyball und Squash. Ein weiterer Ausgleich in der Prüfungszeit war ein Tanzkurs bei der Fläming-Tanzschule Mierisch in Bad Belzig. Er hat vor einigen Wochen ebenfalls seinen Abschluss gefunden. „Ich bin nicht der Typ, der Tag und Nacht lernt. Es ist wichtig, auch mal den Kopf freizukriegen und abzuschalten“, erklärt sie ihr Erfolgsrezept.

Die Prüfungen waren erstmals für Berliner und Brandenburger Schüler gleich. Michael Andreas, Oberstufenkoordinator des Fläming-Gymnasiums bewertet das Zentralabitur positiv: "Dadurch sind bessere Vergleiche länderübergreifend möglich. Ich hoffe, dass das nur ein erster Schritt ist und man künftig mehrere Bundesländer in ein Boot holt", sagt er. „Im Fall eines Umzugs ergeben sich weniger Probleme für die Schüler und die Lehrer sind gezwungen, den Lehrplan auch planmäßig zu unterrichten.“

(Von Tobias Potratz)


Das Fläming-Gymnasium geht auf Expansionskurs
Villa an der Ernst-Thälmann-Straße in Bad Belzig wird Schulhaus
[MAZ vom 22.06.2010]

Die Zahl von reichlich 550 Schülern und 40 Pädagogen wird laut Prognose auf absehbare Zeit stabil bleiben. Jedoch sollen jene sich künftig – zumindest räumlich – besser entfalten können.

Etwa fünf Millionen Euro wird der Landkreis Potsdam-Mittelmark aus seinem eigenen Budget in die Schaffung von mehr und modernen Räumen investieren. Das hat Ressortschef Thomas Schulz (SPD) gestern Vormittag angekündigt. „Es handelt sich um den gymnasialen Standort im für den Hohen Fläming bedeutenden Mittelzentrum“, unterstrich er die Bedeutung der Einrichtung.

Vor dem Hintergrund der Auflagen des Denkmal- und Brandschutzes sowie der beengten Verhältnisse im Stadtzentrum einerseits sowie den Ansprüchen der Schulbaurichtlinie des Landes Brandenburg andererseits habe der Schulträger Handlungsbedarf erkannt. Andre Hohmann, Leiter des Schul- und Gebäudemanagements, verweist auf laufende oder schon realisierte Neu- und Umbauten in Stahnsdorf oder Michendorf, wo bereits Maßstäbe gesetzt worden seien.

In rund einjähriger Vorbereitung haben Teamleiterin Heike Kranz und Architekturcontor Schagemann/Schulte aus Potsdam in Abstimmung mit der Lehrerschaft – respektive den Gremien der Schule – das Raumkonzept für die Zukunft entwickelt. Es beginnt damit, dass in Haus 2 (an der Spiegel-Kreuzung), wo künftig Kunst- und Informatikfachräume etabliert sein werden, eine zweite Rettungstreppe einzubauen ist. Im Haus 1 (Hauptgebäude), wo nach wie vor die Schulleitung residieren soll, aber dann kaum noch unterrichtet wird, muss das Dachgeschoss – wie im Landratsamt an der Niemöllerstraße – aus Gründen des Brandschutzes ungenutzt bleiben. Der Fluchtweg vom ersten Obergeschoss aus wird mit einem Brückenschlag hinüber zu Haus 3 realisiert. Raumverlust entsteht obendrein, weil ein Anbau aus DDR-Zeiten abzureißen ist.

Da trifft es sich gut, dass die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark gerade die Villa auf dem Nachbargrundstück verlässt. Die Kollegen ziehen in die Büros der abgewanderten Bau- und Rechtsbehörde, machen damit Platz für Pauker und Pennäler. Nicht nur das historische Gebäude wird langfristig zum Schulhaus. Vielmehr wird daneben auf dem Innenhof ein Neubau errichtet, der – ebenfalls aus Brandschutzgründen – via Brückenkonstruktion mit dem bestehenden Gebäude verbunden wird. Damit startet das Vorhaben sogar im März nächsten Jahres, damit nach der Fertigstellung vorübergehend das Haus 2 freigezogen werden kann. Schon zuvor wird es vorbereitende Abrissarbeiten geben.

Schulleiterin Cordula Wedner blickt vor allem ans Ende der – inklusive einjähriger Pause – bis 2014 avisierten Bauarbeiten, bei denen ein zeitgemäßer Campus entstehen soll. „Dann lässt sich endlich das pädagogische Konzept verwirklichen“, sagt die Direktorin. Sie verweist beispielsweise darauf, dass die Fachschaften zusammenhängende, feste Bereiche erhalten werden. Lehrer wie Schüler können künftig Rückzugsmöglichkeiten zur selbstständigen Arbeit nutzen. So sieht es nämlich die Ganztagskonzeption vor. Zu deren Erfüllung gehört nicht minder die Cafeteria und eine Aula, in der die gemeinschaftlichen Aktivitäten gepflegt und womöglich mehr denn je öffentlich gemacht werden könnten.

(Von René Gaffron)

Historischer Schulstandort

Die historischen Backsteingebäude des Fläming-Gymnasiums (Haus 1, 2) stammen aus dem 19. bzw vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Zunächst waren dort getrennt Mädchen- und Knabenschule eingerichtet.

Die Häuser 3 und 4 sind während der 90er-Jahre in Fertigteil-Bauweise errichtet worden. Spektakulär seinerzeit: Während der Auftragnehmer aus Wiesenburg trotz großzügiger Vorauszahlungen der Verwaltung seinerzeit pleite ging, sind bei der Bestandsaufnahme erhebliche Statikmängel offenkundig geworden. Die Bauaufsicht (Landratsamt) ließ den Bauherren (Landratsamt) die Konstruktion abreißen.

Die Villa, Ernst-Thälmann-Straße 2, wurde in den 1920er-Jahren als Wohnsitz des Landrates gebaut und steht wie Haus 1 und 2 unter Denkmalschutz. Bis 1989 residierte dort die SED-Kreisleitung. Noch wird es von der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark genutzt.


BENEFIZKONZERT: Musikalische Hilfe für Erdbebenopfer
Highslide JS
Mehr als 2000 Euro eingespielt
[MAZ vom 02.05.2010]

Am Freitag fand im Fläming-Gymnasium Bad Belzig ein Benefizkonzert zugunsten der Erdbebenopfer auf Haiti statt. Orchester, Chor und Einzelkünstler boten eine bewegende Vorstellung. Mit Initiator Mathias Frenzel aus Mörz, Schüler der 12. Klasse, sprach Tobias Potratz.

MAZ: Herr Frenzel, welches Ergebnis können Sie nach dem Konzert verzeichnen?

Mathias Frenzel: Ich freue mich, dass 300 Besucher den Weg zu uns gefunden haben und dass wir, inklusive Spenden und Kuchenverkauf, eine Summe von exakt 2147,76 Euro für Menschen in Haiti einnehmen konnten.

Wie sind Sie persönlich mit der Veranstaltung und dem Programm zufrieden?

Frenzel: Ich bin voll und ganz zufrieden. Das musikalische Programm war vielseitig. Von John Lennon über Queen bis hin zu aktuellen Charthits hatten wir für Jung und Alt alles dabei. Besonders bewegend ist immer wieder der Benefiz-Klassiker „We are the world“, der vom Chor toll gesungen wurde.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein solches Konzert an Ihrer Schule vorzuschlagen?

Frenzel: Naturkatastrophen allgemein und speziell das Erdbeben in Haiti bewegen viele Menschen. Es war dann eine spontane Idee, die ich Ende Februar der Schulleitung vorgelegt habe. Ich war mir aufgrund des hohen Potenzials an musikalischer Vielfalt, das wir an der Schule haben, sicher, dass wir viele Besucher anlocken, einen guten Betrag erzielen können.

Wie waren die ersten Reaktionen der Mitschüler und Lehrer auf Ihre Idee?

Frenzel: Meine Idee stieß sofort auf Zustimmung und vollste Unterstützung sowohl aus der Lehrerschaft als auch bei den Schülern.

Wie ging es dann mit der Organisation weiter?

Frenzel: Nachdem die Idee gereift war, begannen wir Anfang April mit den Vorbereitungen. Es wurde von den Musiklehrern und mir ein Programm erarbeitet. Bei dessen Proben haben die Künstler monatelang nach dem Unterricht geschwitzt.

Wie wird das gesammelte Geld den Erdbebenopfern zugute kommen?

Frenzel: Wir haben uns entschieden, es der Hilfsorganisation „Caritas“ zu überweisen. Sie führt Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur von Ländern in Not durch. Wir haben uns eine spezielle Schule ausgesucht, die mit unserem Geld direkt gefördert wird.