Pressespiegel 2012

Spießereltern an die Wand gesungen
Schüler des Fläming-Gymnasiums wagen sich mit "Rockin ’s Cool" für das zehnte "Event" erstmals an ein ganzes Musical
[MAZ vom 23.10.2012]

BAD BELZIG - Wenn ein König den Raum betritt, gebietet es der Anstand, dass alle Anwesenden sich von ihren Plätzen erheben. So auch am Freitag in der Albert-Baur-Halle, wo der Alte Fritz höchstpersönlich Zeuge der Musicalpremiere "Rockin ’s Cool" wurde. Zugegeben, er sah jünger aus als je zuvor – dafür hatten die Zehntklässler des Fläming-Gymnasiums, die das Programm gemeinsam mit ihren Lehrern auf die Beine gestellt hatten, gesorgt.

Zusammen mit rund 500 Zuschauern erlebte der Monarch in seinem großen Jubiläumsjahr eine zweistündige Premiere voller Gesang, Tanz und Schauspiel. Erstmals hatten sich die Schüler an das Großprojekt Musical gewagt – für die zehnte Auflage des jährlichen Events sollte etwas ganz Besonderes her. Als Vorlage diente der Film "School of Rock" mit Jack Black.#

"Sie sind jung, sie haben Träume, sie sind an der Horror Scream Plebs School" hieß es, bevor sich Pink Floyd, Michael Jackson, Bon Jovi und Pink musikalisch die Klinke in die Hand gaben. Mal vom Band, mal von Schülern mit Chorunterstützung und Bandbegleitung live gesungen, arbeitete man sich durch 50 Jahre Musikgeschichte. Vor allem im zweiten Teil der Show lag der Fokus ganz klar auf der Musik.

Die Botschaft, die die Eliteschüler der "Horror Scream" ihren spießigen Eltern, die das Schulbrot gerne auch mal in perfekte geometrische Formen schnitzen, dabei vermitteln wollen: Wir können mehr, als ihr denkt. Den Anstoß dazu gab Pseudopädagoge Dewey (Merlin Schäfer), der wegen akuter Geldnot in die Rolle seines besten Freundes schlüpft, den unkonventionellen Lehrer mimt und ganz nebenbei die starre Haltung der Jugendlichen aufbricht – sehr zum Missfallen der Schulleiterin (Marie Nörenberg).

Nicht einmal zwei Wochen haben die 78 Schüler mit ihren elf Lehrern und Tanzlehrer Tilo Mierisch insgesamt geprobt, bevor sie in gleich zwei Aufführungen vor Familien, Freunde, Mitschüler und Gäste traten. Gelegentliche Patzer blieben da zwar nicht aus, aber sie taten dem Unterhaltungsfaktor keinen Abbruch. In mühevoller Kleinarbeit hat ein kompletter Jahrgang ganze Arbeit geleistet. Vom Kostümdesign über das Bühnenbild bis hin zur Technik haben sich die Schüler um alles selbst gekümmert. Die Lorbeeren haben sie am Freitag geerntet.

(Von Stephanie Philipp)


Brückenbau nach Israel
Schüler aus Bad Belziger Fläming-Gymnasium zu Gast in Partnerstadt Even Yehuda / Gegenbesuch geplant
[MAZ vom 19.06.2012]

Bad Belzig - Das deutsch-israelische Austauschprojekt „Le Chaim“ ist offenbar gerettet. Nach einer Pause im vorigen Jahr starten morgen wieder Schüler des Bad Belziger Fläming-Gymnasiums zu einer Tour ins Heilige Land. Insgesamt zwölf Pennäler reisen in die Bad Belziger Partnerstadt Even Yehuda. Das sagte Philipp Schuppan, Jugendmitarbeiter im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, auf Anfrage der MAZ. Der Geistliche begleitet die deutsche Delegation gemeinsam mit dem Gymnasiallehrer Frank Moritz#.

"Ich freue mich, dass wir unseren Austausch in diesem Jahr wieder durchführen können", erklärte Schuppan. Die Vorbereitungen seien soweit abgeschlossen. Der Flieger starte morgen um 11.05 Uhr von Schönefeld nach Tel Aviv. Im vorigen Jahr musste Schuppan die Fahrt ausfallen lassen. Es hatten sich nicht genügend Jugendliche für die Reise nach Israel angemeldet (die MAZ berichtete).

In Even Yehuda sind die Besucher aus Deutschland bei Gastfamilien untergebracht. Deren Kinder wiederum kommen dann anschließend zu einem Gegenbesuch in den Fläming. Sie werden am 1. Juli erwartet. Insgesamt 13 junge Israelis und zwei Lehrer aus der Partnerstadt haben sich angekündigt. Sie wollen bis zum 9. Juli in der Bundesrepublik bleiben.

Das Programm für die Bad Belziger Schüler und deren beiden Begleiter ist umfangreich und verspricht spannende Einblicke in das Leben im Heiligen Land. Geplant sind laut Schuppan auch Ausflüge ans Tote Meer, in einen Kibbuz und nach Jerusalem. "Dort möchten wir unter anderem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen", berichtete der Jugendmitarbeiter. In diesem Jahr stehe der Austausch unter dem Thema "Brückenbau aus der dunklen Geschichte heraus". Die Jugendlichen sollten zu Brücken zwischen den beiden Ländern werden, so Schuppan. "So entstehen Freundschaften, die auch über diesen Austausch hinaus bestehen bleiben."

Der Brücker Pfarrer Helmut Kautz hatte "Le Chaim" einst ins Leben gerufen. Im Jahr 2005 war er erstmals mit Schülern aus dem Fläming nach Israel gefahren. Träger sind die Kirche und das Fläming-Gymnasium. Die Bundesregierung unterstützt die Initiative und fördert die Reisekosten. Die Schüler müssen für die Tour rund 300 Euro zahlen. Le Chaim bedeutet im Hebräischen so viel wie Lebensfreude. (hms)


Kreative und innovative Elftklässler
Eon-Edis-AG war mit „Energie für die Region“-Tour im Fläming-Gymnasium Bad Belzig
[MAZ vom 18.06.2012]

Bad Belzig - Anja Grabo und Sarah Kase haben mit ihrem Glashaus den Kreativwettbewerb am Fläming-Gymnasium gewonnen. Neben acht weiteren Projekten konnte sich ihr Gebäude behaupten und wurde von einer vierköpfigen Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet: 300 Euro gab es für die Klassenkasse.

"Wie stelle ich mir die Energielandschaft 2030 vor?", war das Motto des Wettbewerbes, dem sich insgesamt 17 Schüler stellen. Das Ziel bestand darin, kreative Ideen in der Gestaltung und innovative Ideen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zu vereinen. "Es war wirklich sehr spannend, die Vorschläge der Jugendlichen zu sehen", bestätigt Ilona Niemann vom Regionalbereich Westbrandenburg der Eon-Edis-AG. Sie war Jurymitglied und bewertete die geforderte Mischung aus Architektur und alternativer Energieerzeugung.#

Der regionale Stromversorger war vorige Woche mit seiner Tour "Energie für die Region" an der Schule zu Gast und bot neben dem Wettbewerb mehrere Workshops an, bei denen die Schüler der elften Klasse mehr über das Thema Energie erfahren konnten. Vor allem die Nutzung regenerativer Ressourcen soll den jungen Leuten näher gebracht werden – sie konnten beispielsweise neue Fortbewegungsmittel testen. Ferner werden dem Nachwuchs auf den 14 Stationen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Perspektiven im Unternehmen dargestellt.

"Die praktische Arbeit im Kreativwettbewerb war ein guter Anstoß für die Auseinandersetzung mit dem Thema, auch wenn er eher zufällig entstanden ist", berichtet Thomas Lennecke. "Wir haben im Vorfeld von dem Kunstprojekt erfahren und es dann in den Wettbewerb integriert."

Die Sieger aus Bad Belzig und von den 13 anderen Stationen werden nach Abschluss der Tour noch einmal zu einer Landeskonferenz eingeladen. Dann soll der märkische Gesamtsieger bestimmt werden.

(Von Fabian Lebus)


Büffeln für das Turbo-Abi
Gymnasiasten zweier Jahrgänge bereiten sich auf die Abschlussprüfungen vor
[MAZ vom 28.02.2012]

BAD BELZIG - Die Verkürzung der Schulzeit beschert dem Bundesland Brandenburg einen doppelten Abiturjahrgang. Die Ergebnisse werden auch im Fläming mit Spannung erwartet. Genau 173 Schüler bereiten sich gegenwärtig in den beiden Jahrgangsstufen an den Gymnasien in Bad Belzig (97) und Treuenbrietzen (76) auf die Reifeprüfung vor. Bereits vor zwei Jahren wurden sie zu einer Qualifikationsphase – Q-Phase – zusammengefasst. Seitdem werden sie in Kursen gemeinsam unterrichtet.

Paula Hartung gehört zu den Schülern, die schon nach zwölf Schuljahren das so genannte "Turbo-Abitur" ablegen werden. "Es ist ein eigenartiges Gefühl, so direkt und schnell auf das Ende eines wichtigen Lebensabschnittes zuzustreben", sagt die 18-Jährige. Der Bedeutung des Wortes "Streben" ist dabei besonderes Augenmerk zu schenken, denn die letzten Monate sorgten für Stress. "Eigeninitiative, sich das Wissen auch selber anzueignen, war gefordert", berichtet die Fredersdorferin.#

Robert Netzband lernt in der 13. Klasse des Fläming- Gymnasiums in Bad Belzig. Mit seinen 20 Jahren zählt er zu den Ältesten. Jedoch nicht, weil er im Verlauf seiner Schulzeit eine Klasse wiederholen musste, sondern weil er sich nach der zehnten Klasse zu einem Schuljahr in den USA entschloss. Danach stieg er in die 11. Klasse ein und fand sich im doppelten Abiturjahrgang wieder. Am Ende wird er, eingerechnet dem Jahr an der US-High-School in Texas, 14 Jahre lang die Schulbank gedrückt haben. "Ich bin dann wirklich lange genug zur Schule gegangen. Da freue ich mich jetzt schon auf neue Herausforderungen", erklärt der Hohenlobbeser.

Zukunftsängste, weil nun gleich zwei Jahrgänge zeitgleich an die Universitäten drängen werden, haben beide nicht. Der Gedanke sorgt bei Robert Netzband lediglich für etwas "Unbehagen". Er sagt: "Viele wollen nach dem Abi sowieso erst einmal für ein Jahr ins Ausland oder gar nicht erst studieren. Das entschärft dann die Situation." So denkt auch Paula Hartung, die nach dem Abitur zu einer Arbeitstour in die weite Welt aufbrechen will. Dabei hofft sie, "die zündende Idee" für den richtigen Studiengang zu finden.

Um im großen Finale zu bestehen, mussten beide Jahrgänge bereits vor Jahresfrist Klausuren unter Abiturbedingungen schreiben. Der Unterricht des zweiten Schulhalbjahres läuft noch bis zum 23. März. Danach folgen Konsultationswochen in den jeweiligen Prüfungsfächern.

Unterschiede zwischen den Zwölft- und 13-Klässlern macht Cordula Wedner, Schulleiterin am Fläming- Gymnasium in Bad Belzig, nicht aus. "Persönlichkeitsmerkmale der Schüler sind wesentlich für die Art der Prüfungsvorbereitung", sagt sie.

Von den Leistungen her lässt sich nach ihrer Einschätzung keine Unterscheidung der Jahrgänge vornehmen. Sie schaut den Prüfungen zuversichtlich entgegen, denn bereits jetzt zeichnen sich in beiden Jahrgängen sehr gute Leistungen ab.

(Von Bärbel Kraemer)

INTERVIEW

"Für uns normal"

Cordula Wedner leitet das Fläming-Gymnasium Bad Belzig. Mit ihr sprach Bärbel Kraemer.

MAZ: Blicken Sie den Abiturprüfungen in diesem Jahr mit einer besonderen Spannung entgegen?

Cordula Wedner: Ja, wie immer.

Sind durch den doppelten Abiturjahrgang von Schülern und Lehrern besondere Herausforderungen zu meistern?

Wedner: Nein.

Laufen die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen problemlos?

Wedner: Ja.

In diesem Jahr muss die doppelte Anzahl von Abiturarbeiten korrigiert werden. Gibt es ein besonderes Zeit-Management unter den Lehrern?

Wedner: Nein. Durch die Drei- und Vierzügigkeit unseres Gymnasiums in verschiedenen Schuljahren ist diese Größenordnung für uns normal.

Was ziehen Sie persönlich vor, das Abitur mit zwölf oder mit 13 Schuljahren?

Wedner: Ich persönlich favorisiere das Abitur nach zwölf Schuljahren.


Gewinn mit der Euro-Krise
Dozenten referierten im Fläming-Gymnasium
[MAZ vom 23.01.2012]

BAD BELZIG - Etwa 280 Hörer besuchten am Donnerstag eine der Vorlesungen von Universitäts- und Hochschuldozenten. Sie waren zum jährlichen Wissenschaftstag ins Fläming-Gymnasium Bad Belzig angereist. Genforschung und Erbinformation, neue Medien im Unterricht, die Geschichte der deutschen Sprache, Baupläne und Lebensstrategien der Bäume, Pränataldiagnostik, künstliche Befruchtung und Schwangerschaftsverhütung standen ebenso auf dem Themenplan wie erneuerbare Energien, Hieroglyphen oder die Freundschaft zwischen Karl Marx und Friedrich Engels. Die meisten Vortragenden kamen von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die kostenfrei Referenten vermittelt.

Den größten Zulauf verzeichnete die Euro-Krise. Der Wirtschaftsexperte Gustav A. Horn, Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung bei der Hans-Böckler-Stiftung und zudem in Bad Belzig wohnhaft, führte das Publikum in der Aula zunächst kleinschrittig und laienverständlich ins Krisen-Abc ein. Wie entsteht ein außenwirtschaftliches Ungleichgewicht, bei dem ein Teil der Staaten erst Handelsüberschüsse und dann Vermögen anhäufen und andere Staaten Defizite und Schuldenberge? Und weshalb ist das auch für die vermögenden Staaten letztlich schädlich? Weshalb gab es keinen Ausgleich innerhalb der Europäischen Union und damit keine wirklich funktionierende Wirtschaftsunion im Euroraum? Was sind Staatsschulden und was passiert, wenn ein Land ’pleite’ geht? Wie strudelte Europa nach der Finanzkrise 2007 unaufhaltsam in die jetzige Währungskrise? „Bis dahin wussten wir alles schon, weil wir das im Leistungskurs Politische Bildung behandelt hatten“, resümierte etwa Jaromir Tabel im Anschluss an die Vorlesung. „Aber das Ende fand ich interessant, nämlich, wie man wieder rauskommen kann.“ Die Idee, dass die Europäische Zentralbank (EZB) als Geld druckende „Gläubigerin der letzten Instanz“ den Finanzmarkt beruhigt und bei den Anlegern Vertrauen schafft ohne Inflation zu erzeugen, weil die Anleger ihr Geld sofort zur EZB als sichersten Hafen zurückbringen und damit Stabilität einkehrt, hat ihn überzeugt.

Die Bundesregierung fährt aber einen anderen Kurs; dennoch gab Gustav A. Horn trotz Rezessions-Ankündigung seinem Publikum noch Zuversicht mit auf den Heimweg. „2012 wird die Entscheidung bringen und ich denke, wir werden am Ende des Jahres nicht darüber reden, wie schön der Euro war, sondern wie wir die Krise gemeistert haben.“

(Von Kerstin Henseke)