Pressespiegel 2013

René Gaffron
Erweiterung des Fläming-Gymnasiums ist abgeschlossen
Highslide JS
Modern von Mensa bis Medien
[MAZ vom 15.10.2013]

Der Clou des Umbaus im Fläming-Gymnasium ist ein modernes Sprachlabor. Es ist 80.000 Euro teuer, zur Hälfte wurde es aus Fördergeld finanziert. In dem Kabinett werden künftig moderne Audio- und Computertechnik für Englisch-, Russisch- und Französisch-Unterricht im Fläming-Gymnasium zur Verfügung gestellt.

Bad Belzig. Zum Wochenausklang wird der Erweiterungsbau der Schule im Zentrum der Kur- und Kreisstadt endlich seiner Bestimmung übergeben. Von Februar 2012 bis jetzt - und damit ein Jahr länger als vorgesehen - hat dessen Realisierung gedauert. Mit der ausstehenden brandschutztechnischen Sanierung der Häuser 1 und 2 wird ein Budget von rund 5,2 Millionen Euro ausgeschöpft. Mehrkosten im sechsstelligen Bereich, die für eine plötzlich nötige Fundamentgründung und verbesserte Lüftungstechnologie ausgegeben wurden, inklusive. "Doch das Geld ist ja nicht verpulvert, sondern sinnvoll investiert", findet Andre Hohmann. Er zeichnet in der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark für Schul- und Gebäudemanagement verantwortlich. "Auf die Folgekosten achtend wurden auf Robustheit, Pflege und Wartungsaufwand besonders geachtet", berichtet er gestern Nachmittag bei einem Rundgang durch die neuen Gebäude. Die Heizung ist mit einer Luft-Wasser-Wärmeaufbereitung kombiniert. Die Anlagen werden digital über die Gebäudeleittechnik des Landratsamtes Bad Belzig gesteuert.

#

Noch sind hier die Handwerker bei der Arbeit - insgesamt waren fast 50 Unternehmen am Werk - , da bilden sich dort die Pädagogen bereits fort, wie sie ab Montag die neue Ausstattung nutzen können. "Die Lern- und Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer werden elementar verbessert", bestätigt Cordula Wedner. "Damit sehen wir den Standort langfristig gesichert. Lediglich für Sport müssen die Bedingungen noch verbessert werden." Allein durch die zusätzlichen und vielfältig gestalteten Räume sei ebenso umfassender wie individueller Ganztagsunterricht möglich, schätzt die Rektorin ein. Sie spürt daher bereits eine neue Identifizierungswelle in der Schülerschaft. "Eine Hymne ist entstanden, T-Shirts werden gedruckt", berichtet sie von zunehmenden Aktivitäten.

Mit der Entstehung einer Campus ähnlichen Einrichtung sei so etwas wie die Quadratur des Kreises gelungen, findet jedenfalls Carl Schagemann. Schon allein wegen der geringen Fläche, die es für die Erfüllung der zahlreichen Wünsche effektiv auszunutzen galt, sah sich der Architekt aus Potsdam herausgefordert. Nicht minder war die Verbindung von Alt und Neu zu gewährleisten. Damit meint er die Spiegelung der historischen Ziegelbauten einerseits und der funktionalen Erweiterung aus den 90er-Jahren anderseits sowie vor allem die Einbindung der einstigen Landratswohnvilla, in der zuletzt Büros untergebracht waren. Jetzt finden sich darin zwei der insgesamt acht neuen Unterrichtsräume sowie so genannte Rückzugsräume, für die es zwischen 8 und 15.30 Uhr allemal Bedarf gebe. "Denn wir haben mit der Ausgewogenheit von straffem Frontalunterricht und individueller Lernförderung gute Erfahrungen gemacht", sagt Cordula Wedner.

Ganz neu hingegen ist der farbenfrohe 300-Quadratmeter-Raum, der wahlweise als Aula oder Mensa zu nutzen ist. Bei der aktuellen Nachfrage von rund 300 Jungen und Mädchen, die sich für die - ebenfalls moderne - Schulspeisung angemeldet haben, wird dort wohl jeweils in zwei Durchgängen gegessen. Der Probelauf hat gerade begonnen.

Von René Gaffron


Kerstin Voy
Einmaleins der Energiewende
Highslide JS
Schüler stellen Landtagspolitiker kritische Umweltfragen

[MAZ vom 24.09.2013]

"Wer nur alle paar Tage duscht, spart Energie", witzelte der 15-jährige Timon Schlotter vom Fläming-Gymnasium in Bad Belzig. Viele seiner Klassenkameraden lachten.
Danach wurde der referierende Schüler wieder ernst und stellte die Ergebnisse seiner Gruppenarbeit vor. Die zehnte Jahrgangsstufe nahm gestern am Jugendpolitiktag der Schule teil. Ein klassischer Projekttag, bei dem es aber zumindest mal nicht nur um Theorie ging, sagte Schülerin Jasmin Burdag.

Kurz nach der Bundestagswahl konnten sie und ihre Mitschüler mehr über Umweltpolitik lernen. Die Mitglieder des Landtags Barbara Hackenschmidt (SPD) und Steeven Bretz (CDU) sowie drei weitere Experten erklärten das Einmaleins der Energiewende. Die Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte erstmalig den Jugendpolitiktag an dem Gymnasium.

Barbara Hackenschmidt ‒ bis 1993 selbst Lehrerin ‒ war zunächst enttäuscht über die geringe Mitarbeit der Schüler. "Das habe ich an anderen Schulen schon ganz anders erlebt", sagte sie. "Gerade in Südbrandenburg wissen die Kinder mehr über Bürgerbeteiligung und fragen mehr nach."

Manche Schüler im Vortragsraum alberten jedoch nicht nur herum oder sahen gelangweilt aus. Einige stellten interessiert Fragen. Das nahm auch Schulsprecher Justin Lehmann-Friese wahr, der sich die Workshops angesehen hat. "Ich bin erstaunt, wie viele Schüler sich am Ende dann doch für Umweltpolitik interessieren", sagte er. Das liege wohl auch daran, weil man über Energiesparen bereits zu Hause mit den Eltern diskutieren könne und müsse. "Anscheinend kommt so ein Tag auch gut an, weil es mal etwas anderes als purer Politikunterricht ist", sagte der Elftklässler. "Wenn Lehrer jahrelang unterrichten, ist manchmal die Luft raus."

Kim Friedrich aus Reppinichen war zwiespältiger Ansicht, wie sehr sie von dem Projekttag profitierte. "Manche Sachen waren nicht leicht zu verstehen", sagte sie. Die 15-Jährige fand es aber gut, dass die Politiker schwierige Begriffe zumindest versuchten zu erklären und die Schüler viele Fragen stellen durften. Politiker Steeven Bretz verwendete abstrakte Begriffe wie "Geothermie". "Bei Schülern gibt man sich natürlich besonders Mühe verständlich zu erklären", sagte er.

Lehrer Roman Landeck war über die Initiative sehr froh. "Im Politikunterricht können wir nie so tief in ein Thema eintauchen", sagte er. "Hier haben die Schüler die besondere Chance, die Politiker direkt zu hören."

Von Kerstin Voy