Pressespiegel 2014

Von Stefan Specht (MAZ)
Im großen Bogen um den Gaza-Streifen
Highslide JS
MAZ vom 03. Juli 2014

Fläming-Gymnasiasten aus Bad Belzig zum Jugendaustausch in Israel

Trotz entführter und getöteter Jugendlicher, Racheakte von Regierungen und blutigen Kämpfen hat sich eine Gruppe von 13 Jugendlichen und zwei Betreuern aus dem Fäming-Gymnasium Bad Belzig auf den Weg nach Israel gemacht. Am vergangenen Sonnabend sind sie morgens in Berlin abgeflogen, am Sonntag werden sie dort wieder landen.

Even Yehuda / Bad Belzig. Glaubt man den Nachrichten dieser Tage, scheint Israel ein einziges Kriegsgebiet zu sein. Entführte und getötete Jugendliche, Racheakte von Regierungen und Kämpfern dominieren das Bild. Kaum zu glauben, dass eine Gruppe von 13 Jugendlichen und zwei Betreuern derzeit durch dieses Land reist. Am vergangenen Sonnabend sind sie morgens in Berlin abgeflogen, am Sonntag werden sie dort wieder landen.

Die Schüler des Fläming-Gymnasiums in Bad Belzig sowie ihr Lehrer Frank Moritz und Betreuerin Ella Enzmann sind Teil des jährlich laufenden Jugendaustauschs zwischen Schülern aus Even Yehuda und Bad Belzig. Even Yehuda ist eine Stadt im Westen des Landes, nahe der Metropole Tel Aviv am Mittelmeer gelegen. Von den aus Europa geradezu beängstigend wirkenden Zuständen bekommt die Reisegruppe so gut wie nichts mit.

Frank Moritz, der schon einige Gruppen nach Israel begleitet hat, kennt das Land bereits sehr gut. Außerdem vertraut er den Reiseführern. „Die sind sehr erfahren und umsichtig. Wir fühlen uns hier absolut sicher“, so der Geograf- und Politiklehrer. Da die Nachrichten auf Hebräisch laufen, bekämen die Schüler von der aktuellen politischen Lage nicht alles mit. „Wenn sie im Internet dann deutsche Seiten besuchen, wundern sie sich über die Dramatisierung“, so Frank Moritz weiter.

Bereits im Vorfeld der Reise achtete er gemeinsam mit Philipp Schuppan, dem Jugendmitarbeiter des evangelischen Kirchenkreises Potsdam-Mittelmark, darauf, nur politisch ruhige Ziele zu wählen. So stehen vorrangig touristische Anlaufpunkte wie die Hauptstadt Jerusalem, das Tote Meer und die Festung Massada auf dem Programm. Um den immer wieder in den Nachrichten auftauchenden Gaza-Streifen mache die Gruppe einen kilometerweiten Bogen, erzählt Frank Moritz.

Lediglich am Montagabend, als die Gruppe das Achtelfinalspiel der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen schauen wollte, war das nicht möglich. „Auf allen Kanälen liefen Sondersendungen zum Fund der drei toten Jugendlichen“, berichtet Frank Moritz am Telefon der MAZ. Für eine rasche Rückkehr nach Deutschland sieht er keinen Anlass. „Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes würde das sicher ändern“, so der Lehrer. „Doch die gibt es nicht.“


Christoph Brandhorst
Ein Zahlen-Ass will hoch hinaus
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Mathe-Primus brilliert bei Olympiade
[MAZ vom 10.03.2014]

Der zwölfjährige Nils Hanff brilliert bei der Mathe-Olympiade und fährt nun zur Schülerakademie. Beim landesweiten Wettbewerb in Blossin sicherte sich der Schüler des Bad Belziger Fläming-Gymnasiums kürzlich den zweiten Platz unter den mitmachenden Sechstklässlern. Er qualifizierte sich damit auch für die fünftägige Schülerakademie des Landes Brandenburg.

Dahnsdorff. Nils Hanff gehört eher zu den ruhigen Schülern seiner Klasse. Fast wirkt der Zwölfjährige schüchtern. Dabei ist er ein durchaus aufgeweckter Junge. Bei der landesweiten Mathematik-Olympiade in Blossin (Dahme-Spreewald) sicherte sich der Schüler des Bad Belziger Fläming-Gymnasiums kürzlich den zweiten Platz unter den mitmachenden Sechstklässlern. Neben dem Gewinn der Silbermedaille qualifizierte er sich damit auch für die fünftägige Schülerakademie des Landes Brandenburg, die Mitte Mai in Grünheide (Oder-Spree) stattfindet.#

Als Viertklässler nahm Nils Hanff erstmals an einer Mathe-Olympiade teil. Ein Jahr später musste er pausieren. „Da war ich krank“, sagt der Dahnsdorfer – sonst hätte er wohl auch dort abgeräumt. Fast durchgängig hatte er in Mathematik die Note 1 auf dem Zeugnis. Wen wundert es da, dass er die Zahlenlehre zu seinem Lieblingsfach erklärt hat.

Knifflige Aufgaben, an denen sich andere die Köpfe heiß rechnen, löst er souverän. „Aber auch Physik und Chemie machen mir großen Spaß“, sagt der naturwissenschaftlich interessierte Junge. Gerade in diesen Disziplinen unterstütze ihn besonders sein Vater: „Wenn ich eine Frage habe, erklärt er sie mir oder gibt mir ein Buch, in dem ich die Lösung finde“, sagt Nils Hanff.

„Er stellt immer kritische Fragen, hinterfragt alles“, lobt Marion Große, sie ist Fachkonferenzleiterin im Fach Mathematik am Gymnasium. Das Tafelwerk habe er schon gelesen, dabei ist es in seiner Jahrgangsstufe noch gar nicht Unterrichtsgegenstand. „Wir würden ihn auch gezielt fördern, aber dafür fehlt ihm ganz einfach die Zeit“, sagt sie. Schließlich treibt sich das Rechentalent nach der Schule gern in der freien Natur herum, um seine selbst gebauten Modellflugzeuge steigen zu lassen. „Das Hobby habe ich wohl von meinem Opa und meinem Vater geerbt“, sagt Nils Hanff. Gerade baue er bereits an seinem dritten Flieger.

Da kommt es dem Mathe-Ass auch ganz recht, dass er für seine Lieblingsfächer kaum lernen muss: „Das fliegt mir eigentlich alles nur so zu“, sagt er bescheiden.

Um es bis zum landesweiten Mathematik-Wettbewerb zu schaffen, musste sich Nils Hanff zunächst gegen die eigenen Mitschüler und dann in Treuenbrietzen in einem regionalen Ausscheid durchsetzen. Beides gelang ihm mit beeindruckender Punktzahl. „Wir freuen uns, wenn es hin und wieder mal einer dorthin schafft“, sagt Marion Große, denn die Hürden würden schon regional sehr hoch liegen.

Sich für die Bundesrunde, die es ab der 8. Klasse gibt, zu qualifizieren – das ist jetzt das ganz große Ziel von Nils Hanff. „Es wäre schön, wenn das mal klappt“, sagt das Zahlen-Ass.

Bis dahin will der Schüler mit seinem naturwissenschaftlichen Talent weiter die eigenen Lehrer beeindrucken. Denn, so Marion Große: „Wenn auch keiner mehr eine Antwort weiß, der Nils hat immer eine parat.“