Pressespiegel 2016

Thomas Wachs (MAZ)
Musical in Bad Belzig
Eine Reise quer durch die Musikgeschichte

Seit mehr als zehn Jahren gehören musikalische Aufführungen zum Unterrichtsprogramm für Elftklässler des Fläming-Gymnasiums in Bad Belzig. Diesmal streiften sie für ihr Musical „Der Palast rockt“ quer durch die aktuelle Musikgeschichte. Vorbereitungsstress und Lampenfieber haben sich gelohnt. Das bewiesen nun zwei gefeierte Aufführungen.

Bad Belzig

Die Botschaft ist klar: Musik lässt sich nicht verbieten. Und erlaubt ist, was in die Beine sowie ans Herz geht. Daher ist es nur konsequent, dass die Elftklässler des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig nach den beiden Aufführungen ihres Musicals „Der Palast rockt“ am Freitagabend jeweils in einer froh singenden Truppe auf der Bühne stehen und tosenden Applaus in der mit jeweils mehr als 500 Gästen besetzten Albert-Baur-Halle genießen dürfen.

Über knapp zwei Stunden zuvor spielt sich im fiktiven Königreich noch der Streit um guten musikalischen Geschmack ab. Nur noch Punk-Musik soll erlaubt sein, verfügt der strenge Minister „Doktor Stahl“, alias Felix Albe. Die einst vom König etablierte Palast-Band wird aufgelöst und Schloss-Konzerte mit Zwangsteilnahme sind dem Volk verordnet. Helene Fischer, Lady Gaga, Andreas Gabalier, Udo Lindenberg und andere Stars indes werden verboten und gar verhaftet. Selbst die Band „Keimzeit“ ist in ihrer Fläming-Heimat nicht mehr geduldet. Gemeinsam gelingt ihnen jedoch der Ausbruch aus den Kerker-Mauern.

Pascal Kroll und Robert Schmidt spielen den Prinzen

Immerhin erhalten diese von den Schülern in ihren Soloauftritten gespielten Musiker ja jeweils großen Applaus. Ebenso ergeht es dem Prinzen, in Doppelbesetzung gespielt von Pascale Kroll sowie Robert Schmidt. Der Thronfolger will nicht Monarch sein, sondern Musiker. Mit eigenen Stücken erringt er mehr und mehr Erfolg. Selbst Wolfgang Petry, dem nach eigenem Bekunden „größten Sänger aller Zeiten“ läuft der Prinz schnell den Rang ab.

Tanzen und gute Laune

Tanzen und gute Laune: Das Musical der Elfklässler des Fläming-Gymnasiums in der Albert-Baur-Halle in Bad Belzig war ein voller Erfolg.

Quelle: Thomas Wachs

 Am Ende gelingt dem Thronfolger und seinen Fans guter Musik die Revolution. Nach einem von Gesang, Schauspiel, Videoeinspielern und Tanzeinlagen geprägten kurzweiligen Ritt quer durch die aktuelle Musikgeschichte zwischen Punk, Rock und Pop sowie Schlager wird aus dem Königreich eine bunte Republik voller Musik. Und natürlich bekommt der Prinz seine heimliche Geliebte Magdalena, ebenfalls in Doppelbesetzung gespielt von Ida Marie Hartung und Laura Tirrel.

Seit zehn Jahren eine Tradition

Auf die Beine gestellt haben die Schüler ihr seit mehr als zehn Jahren traditionelles Programm in acht Tagen intensiver Probezeit gemeinsam mit ihren Lehrern der verschiedenen Fachrichtungen. Für unterschiedlichste Rollen und Aufgaben daran beteiligt waren alle rund 100 Jungen und Mädchen des Jahrgangs. Egal ob direkt auf der Bühne, in der Technikgruppe oder bei Kostümen und Bühnenbild und anderen Arbeiten hinter den Kulissen. „Es ist immer eine absolute Teamleistung, die nur in der Kooperation aller Beteiligten in so kurzer Zeit funktionieren kann“, sagt Anke Wagner. Die Deutschlehrerin gehört seit Jahren zum Team der Lehrer, die sich mit den Schülern immer wieder neue Musicals vornehmen und nach eigenen Ideen umarbeiten.

„Es war toll zu sehen, wie großartig alle zusammengespielt haben“, befindet Fritz Grote am Ende der mit stehenden Ovationen gefeierten ersten Aufführung. Der Zuschauer war gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriela Grote aus Ragösen angereist, weil ihr Nachbarsjunge in der Band mit auf der Bühne aktiv war. „Es hat uns sehr gut gefallen, ich würde glatt nächstes Jahr wieder herkommen“, sagt Grote der MAZ.


Daniela Singhal (MAZ vom 27.07.2016)
Schüler aus Israel zu Gast im Fläming
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Jedes Jahr verbringen Schüler des Fläming-Gymnasiums im Rahmen des Schüleraustausch „Le Chaim Israel/ Bad Belzig“ eine Woche im israelischen Even Yehuda. 13 Schüler waren es in diesem Jahr. Vor ihrer Abreise sorgte ein Zwischenfall in Tel Aviv für Anspannung.

Bad Belzig. Sie schwärmen vom Meer, von den schönen Märkten und erzählen von bewaffneten Soldaten vor der Klagemauer in Jerusalem: Vor wenigen Tagen kehrten 13 Jugendliche aus dem Fläming von ihrer Reise nach Israel zurück. Jedes Jahr verbringen Schüler des Fläming-Gymnasiums im Rahmen des Schüleraustausch „Le Chaim Israel/ Bad Belzig“ eine Woche in Even Yehuda, eine Kleinstadt im Westen Israels.

In diesen Tagen werden sie nun von 13 Mädchen und Jungen aus Yehuda besucht. Bürgermeisterin Hannelore Klabunde und der Brücker Pfarrer Helmut Kautz hießen die israelischen Jugendlichen und ihre zwei Begleiterinnen bei einem Frühstück im Jakob-Wächtler-Haus willkommen. „Wir freuen uns sehr darauf, Euch unsere Stadt und unsere Region zu zeigen“, so Klabunde, die selbst bereits dreimal in Israel gewesen ist und mit der israelischen Initiatorin des Austausches, Anat Alon, befreundet ist. 

Israelische Schüler leben eine Woche in Gastfamilien

„Belzig ist wunderschön“, schwärmt die 16-jährige Israelin Tamar Larmeli. „Hier ist alles so grün und die Häuser so bunt.“ Eine Woche leben die israelischen Schüler in Gastfamilien in Bad Belzig. Ein spannendes Programm wartet auf die Jugendlichen: Sie lernen die Altstadt kennen, besuchen die Steintherme, feiern Gottesdienst in Brück, besuchen die Titaten der Rennbahn und Potsdam. „Ich freue mich darauf, die deutsche Kultur kennenzulernen“, sagt Tamar. Hat sie schon Unterschiede zu den israelischen Gepflogenheiten festgestellt? „Wir essen mehr und wir reden lauter!“ 

Die Belziger Schülerin Maike Schönfeld stimmt dem zu: „In Israel wird zu jeder Mahlzeit unheimlich viel aufgetischt. Und Humus darf bei keiner Mahlzeit fehlen.“ Sie fühlte sich richtig wohl bei ihren israelischen Gastgebern und möchte auf jeden Fall noch einmal nach Israel reisen. „Es entstehen wirkliche Freundschaften, die lange anhalten“, so die israelische Lehrerin Anat Alon. Seit elf Jahren besucht sie Belzig mit israelischen Jugendlichen. „Für mich ist die Stadt mittlerweile wie ein zweites Zuhause.“

Angespannte Lage nach Bomben-Explosion 

Eine Reise nach Israel will gut vorbereitet sein: Sechsmal trafen sich die Jugendlichen aus dem Fläming für mehrere Stunden mit ihren Betreuern um über Organisatorisches, aber auch über die Geschichte Israels und die aktuelle politische Situation zu sprechen. Wochen vor ihrem Abflug explodierte in Tel Aviv eine Bombe. „Wir waren deshalb angespannter als die Jahre zuvor“, so Frank Moritz, Lehrer am Fläming-Gymnasium. Es gab keine offizielle Reisewarnung für Israel, dennoch informierte er das Auswärtige Amt über die Reiseroute der Gruppe.

„Ansonsten ist das fast wie eine Klassenfahrt in den Harz“, sagt Moritz. Er begleitete bereits zum sechsten Mal Jugendliche aus dem Fläming nach Israel. Unterstützt wird er dabei von Ella Enzmann, Sozialarbeit-Studentin aus Lütte. Beide kennen Israel gut. Enzmann spricht sogar hebräisch. Die 27-jährige Studentin arbeitete ein Jahr lang freiwillig in einem israelischen Altersheim für Holocaust-Überlebende.

Besonders der Besuch in Jerusalem beeindruckte die Schüler aus dem Fläming. „Das war sehr beeindruckend“, erinnert sich der 16-jährige Belziger Antonius Thiele. „Am Anfang war es komisch für uns mitten in der Stadt Soldaten zu sehen. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt“. Hatte er vor der Reise Angst? „Nein gar nicht. Wir waren ja super vorbereitet.“


Thomas Wachs (MAZ vom 28.04.2016)
Wissenschaft auf Tour
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Bad Belziger Schüler färben Knorpelzellen

Das Fläming-Gymnasium Bad Belzig pflegt enge Kontakte zu Hochschulen. Neben den alljährlichen Wissenschaftsabenden machte jetzt das mobile Schülerlabor der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus−Senftenberg Station. Die Bad Belziger Schüler lernten dort, wie menschliche Knorpelzellen künstlich hergestellt werden können.

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Bad Belzig. Wissenschaft macht’s möglich: Menschliche Knorpelzellen lassen sich heute schon im Labor züchten. Das hilft beispielsweise Patienten mit Gelenkverletzungen, die durch künstlich nachgezüchtete Zellen Heilung erfahren können. Wie das funktioniert, erfuhren Schüler des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig jetzt bei eigenen Experimenten im Chemieunterricht. Dort ging es im Rahmen des Projektes „Science on Tour“ – also Wissenschaft auf Tour – um die Qualitätskontrolle von Gewebe und die dazu eingesetzte Methode zur histologischen Färbung von Knorpelgewebe.

Eifrig experimentiert haben Schüler der Jahrgangsstufe 11 dazu jetzt im mobilen Schülerlabor der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus−Senftenberg (BTU). Die Hochschule sucht damit den Kontakt zu potenziellen künftigen Studenten, „um Schüler für Technik und Wissenschaft zu begeistern sowie praktische Einblicke in den Studienalltag zu vermitteln“, erklärt Sebastian Hänsel, der Leiter des mobilen Schülerlabors beim Besuch in Bad Belzig. Das Projekt wird vom Land Brandenburg aus EU-Mitteln gefördert. Seit 2008 fanden bisher an circa 35 verschiedenen Schulen pro Jahr insgesamt 910 Schülerkurse mit rund 14 000 Teilnehmern statt.

Künstlich gewonnenes Gewebe

Unter Anleitung von studentischen Tutoren und gestandenen Wissenschaftlern wie Karl-Heinz Krätzschmar wurde es jetzt auch für die Bad Belziger Gymnasiasten im Kurs von Lehrerin Heike Andreas spannend. Sie praktizierten selbst die Färbung von Knorpelgewebe als Methode zur Beurteilung der Qualität des ursprünglichen wie des daraus gewonnenen künstlichen Gewebes.

Dahinter steckt eine komplexe wissenschaftliche Leistung, erfuhren die Schüler von Sebastian Hänsel und seinem BTU-Team. Bei der Herstellung menschlichen Knorpelgewebes im Labor – dem Tissue Engineering – wird den Patienten, beispielsweise mit Knorpelschäden nach akuten Verletzungen im Knie oder auch bei Knorpelerkrankungen wie bei einer Arthrose, zunächst ein kleines Stück Gelenkknorpel entnommen. Daraus werden Zellen isoliert und außerhalb des Organismus im Labor vermehrt. „Um wieder körpereigenes Gewebe in den Knorpeldefekt transplantieren zu können, werden die Zellen anschließend im Labor unter besonderen Bedingungen kultiviert, um so neues Mini-Knorpelgewebe zu erschaffen“, erklärt Sebastian Hänsel.

Zur Berufsvorbereitung seiner Schüler setzt das Fläming-Gymnasium neben dem Besuch des Schülerlabors seit Jahren auch auf weitere Kontakte zu Hochschulen. Regelmäßig finden dort Wissenschaftsabende mit Vorträgen zu verschiedenen Fachrichtungen statt.