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Antonia Kühne
Kino mit Courage
Mittwoch, 10.04.2013
Highslide JS
Eine betroffene Stille, ein tiefes Durchatmen und eine nachdenkliche Atmosphäre erfüllten am Ende des Films "Die Fremde" die Aula unseres Gymnasiums. Am 25.03. veranstaltete die Gruppe "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" einen Filmnachmittag, der zum Nachdenken anregen und ganz im Zeichen der Integration stehen sollte. Der Film behandelt Ehrenmorde und Parallelgesellschaften in Deutschland.# Die Türkin Umay wird von ihrem Mann geschlagen und verlässt diesen mit ihrem Sohn. Sie sucht Schutz bei ihrer Familie in Deutschland, die mit ihrem Lebenswandel aber nichts anfangen kann und sie daher verurteilt.

Umay hat viele Probleme und versucht sich eine Existenz aufzubauen. Immer wieder wird sie von den Brüdern und dem Vater geschlagen und in die Schranken gewiesen. Die Schande, die sie ihrer Familie in der türkischen Parallelgesellschaft übergehäuft hat, kann von dieser anscheinend nur durch einen Ehrenmord gelöst werden. Durch einen fatalen Fehler tötet ihr Bruder aber nicht sie, sondern ihren Sohn, den Stolz der Familie beim Versuch sie zu erstechen.

Die anwesenden Schüler, deren Eltern und Lehrer verfolgten den Film gespannt und waren am Ende von ihren Gefühlen übermannt, sodass es nur zu einem kurzen Gespräch kam, das in erster Linie von offenen Fragen und einer Art Fassungslosigkeit geprägt war. Wie können solche Parallelgesellschaften entstehen? Wieso entscheidet man sich für die traditionelle Lebensweise, obwohl man von unserer modernen Kultur umgeben ist? Was können wir tun, dass die Integration besser gelingt? Die Schüler waren sich einig, dass die Veranstaltung gelungen war und ihr Ziel, zum Nachdenken anzuregen, erreicht hat.

Eine Wiederholung im kommenden Schuljahr ist geplant.



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