...und sonst so?

Johann Schneider
Von Fahrerflucht und Fadenpendel
Montag, 31.10.2016
Highslide JS
NAWIWO am FGB

Was hat ein flüchtiger Unfallfahrer mit Ninhydrin zu tun, warum sehen wir gar nicht alle Farben des Spektrums, was steckt hinter und in einem Tattoo und welche Kräfte wirken an einem Pendel?? Im Rahmen der diesjährigen NAWI-Woche durften sich die vier 10. Klassen unter dem Thema "Farbe in unserem Leben" aus biologischer, informationstechnischer, chemischer und physikalischer Sicht darüber schlau machen.

Fahrerflucht, eine Menge Blut und Fingerabdrücke... Binnen weniger Tage hat die Rechtsmedizin festgestellt, um welche Blutgruppe es sich handelt und über die Fingerabdrücke den Täter identifiziert. Aber wie hat man die Fingerabdrücke nun sichtbar gemacht? Das Zauberwort heißt: Ninhydrin! Diese chemische Substanz macht Aminosäuren sichtbar. Insoweit war das also schnell geklärt. Und die Sache mit den Blutgruppen? Wer in Biologie Klasse 7 gut aufgepasst hat, weiß, wie das geht. Das Blut wird mit einem entsprechenden Serum vermischt. Verklumpt es, ist es die gleiche Blutgruppe, verklumpt es nicht, dann nicht. Im Nachhinein gab es den „Aha-Effekt“, denn irgendwie war das ja schon mal bekannt gewesen. So also konnten wir innerhalb von 4 Stunden und mithilfe einiger Chemikalien einen ganzen Fall klären.

Und jetzt zu der Farbsache. Wir können also gar nicht alle Farben sehen? Nein! Wenn man einmal einen Blick auf ein elektromagnetisches Spektrum wirft, sieht man rasch, dass das, was das menschliche Auge wahrnimmt, nur ein geringer Teil ist. Je nachdem, wie stark die Anteile des Lichtes sind, nehmen die Stäbchen und Zapfen im Auge das Licht unterschiedlich wahr und erzeugen im Gehirn eine subjektive Farb-Wahrnehmung. Der eine nimmt aus seiner Perspektive also mehr Rot wahr, der andere sieht einen größeren Grünanteil und sieht den Rot-Ton dunkler. Deshalb ist die Farbe übrigens nie nur eine physikalische Eigenschaft. Wie die Farbanteile gemischt werden können, wurde am Computer simuliert.

Ganz schlau sind Tiere, die nutzen Farben, um sich zu verstecken, vorzutäuschen oder einzuschüchtern. Bei einem Besuch im Leipziger Zoo durften wir das hautnah erfahren und hinterher im Asisi-Panorama das Farbschauspiel der Natur schlechthin beobachten. Dort hieß es: Willkommen, mitten im GREAT BARRIER REEF! Beeindruckende Farben (subjektiv, wohlgemerkt!) und die schönsten Kombinationen, die man sich erdenken kann, wurden bildlich festgehalten und hinterher ausgetauscht.

Nach vier lehrreichen Chemiestunden wussten wir eine ganze Menge mehr zu den Bildern, die „unter die Haut gehen“. Angefangen von den Pigmenten, hin zur Öffentlichkeit und ihrer Meinung zu den Tattoos war alles dabei. Die Zusammensetzung von Tattoo-Farben wurde u.a. durch Flammenproben, Verdampfen und die Wirkung auf Enzyme untersucht.  So also ist jetzt den Schülern bekannt, dass die Farben, trotz ihrer Vielfalt und Pracht, gefährlich sein können, hier seien eine Blutvergiftung erwähnt oder aber Entzündungen bei dilettantischem Arbeiten. Außerdem wurde untersucht, wie so ein Tätowierter in der Gesellschaft wirkt. Ein buntes Bild der Meinungen bot sich uns, von himmelhochjauchzend bis hin zu wirklich negativen Meinungen, die doch im breiten Spektrum alle berechtigt waren.

Im Physik-Part standen ein interessanter Besuch im Technikmuseum und im Spektrum an, um physikalischen Eigenschaften von Wellen auf den Grund zu gehen. Welche Kräfte wirken am Pendel, wie bezeichnet man einzelne Bewegungsabschnitte des Pendels und was hält eine Feder eigentlich aus? Ein Exkurs zu den Wellen und Schwingungen stand also in Physik auf dem Plan. Nun, wer jetzt weiß, dass der Begriff „Elongation“ eigentlich nichts weiter als „Auslenkung“ heißt, der hat gut aufgepasst. Es fielen Fachbegriffe, die man protokollieren musste und hoffentlich behalten hat.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die NAWI-Woche eine Bereicherung für uns Schüler war. Nicht jedem liegen Naturwissenschaften so gut, trotzdem war für jeden etwas dabei. So wird in Zukunft also bei einem Wunsch nach einen Tattoo zweimal überlegt und wer Unsittliches vorhat, der wird besser Handschuhe tragen. Bei den Schülern fanden besonders die Exkursionen nach Leipzig und Berlin großen Anklang, die gestellten Aufgaben wurden mit hoher Motivation gelöst. Als wir am Freitag dann alle um 13:15 Uhr unsere Projekte mit der Erstellung des Praktikumshefters beendet hatten, wurde den ersehnten Ferien förmlich entgegengerannt.



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