...und sonst so?

Sophie Goldau für den Lesitungskurs 11GE1
Wenn Geschichte unter die Haut geht
Freitag, 17.06.2016
Highslide JS
Als der Fabrikant Ernst Malier im Jahre 1914 eine Villa für sich und seine Familie am Wannsee erbauen ließ, ahnte er sicher nicht, dass diese einmal als Schauplatz einer der wohl bedeutendsten Szenarien deutscher Geschichte gelten würde. Denn an diesem Ort fand 1942 die „Besprechung über die Endlösung der Judenfrage“ statt, seit 1992 dient dieser Ort als Gedenk- und Bildungsstätte.

Der Geschichte-Leistungskurs unserer Schule hatte am Montag, den 13. Juni 2016 die Möglichkeit, das „Haus der Wannsee-Konferenz“ in Berlin zu besuchen.

#

Nach einer einleitenden Begrüßung unserer Gruppenleiterin konnten wir uns die in 15 Räume und Themen unterteilte Ausstellung ansehen, wobei ein besonderes Augenmerk natürlich auf den Konferenzraum gelegt wurde, in dem wir zusätzlich über jene Versammlung informiert wurden. In Anlehnung an unser im Voraus gewähltes Hauptthema „Konzentrationslager aus der Sicht der Häftlinge und der SS“ beschäftigten wir uns später gruppenweise mit verschiedenen Aspekten. Dabei stießen wir sowohl auf Einzelschicksale und Erfahrungsberichte von Zeitzeugen, als auch auf teilweise bekannte wirtschaftliche Unternehmen, welche die Häftlinge während der Zwangsarbeit unterdrückten und das NS-Regime unterstützen.

Wir erfuhren mehr über die absurden medizinischen Experimente, welche damals an den Häftlingen zu Forschungszwecken durchgeführt worden sind und auch darüber, auf welche brutale Art und Weise die Häftlinge von den Vorgesetzten behandelt wurden. Davon konnten wir uns auch anhand von den Tätern verfasster Schriften ein Bild machen.                                                               

Wie so oft, wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, wurden wir mit der Frage konfrontiert, welchen Platz Opfer und Täter einnehmen und wie die Folter und schließlich Ermordung so vieler Menschen, insbesondere der Juden, moralisch „vereinbar“ und überhaupt möglich war.

Anders als bei der Besichtigung eines Konzentrationslagers konnten wir mit diesem Besuch auch einmal einen anderen Eindruck bekommen, an einem Ort, an dem allein 15 Menschen Herren über das Schicksal vieler Millionen Anderer geworden sind und sich somit zu Mittätern eines der größten Verbrechen der deutschen Geschichte gemacht haben.                                            

Der Besuch hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen und beweist einmal mehr, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit Ereignissen der Vergangenheit auseinander zu setzen, um sich der Verantwortung für die Zukunft bewusst zu sein.

 

Sophie Goldau für den Lesitungskurs 11GE1

 



« zurück